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Prof. Dr. Michael Piazolo
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24.03.2009 Pressemitteilung 08-09


Reges Interesse an Info- und Diskussionsabend zum Südring

„Vor der Spitzhacke ist es dunkel ...“

München, 24. März 2009 „Vor der Spitzhacke ist es dunkel“ - Auf die Frage einer besorgten Münchnerin zur Planbarkeit von Tunnelbauvorhaben zitiert Bauplanungsfachmann Karlheinz Rößler eine alte Bergmannweissheit. Damit bringt er auf den Punkt, wie es aus planerischer Sicht derzeit um die zweite Stammstrecke steht.

Foto: Info-Abend der Freien Wähler in München zum S-Bahn-Südring

Für Michael Piazolo, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler im Bayerischen Landtag und Vorsitzender des Bezirksverbandes München, ist der S-Bahn-Ausbau „eines der entscheidenden Themen derzeit für München“. Daher hatte der Münchner FW-Abgeordnete zu einem Informations- und Gesprächsabend mit dem Thema „Zweite Stammstrecke, S-Bahn-Südring und Flughafen-Anbindung in München“ eingeladen. Das Interesse nicht nur der Münchner fiel dementsprechend groß aus. Selbst aus dem nördlichen Umland waren einige Besucher extra in die Stadt gefahren, so dass der König-Otto-Saal im Haidhausener Unions-Bräu schließlich bis auf den letzten Platz belegt war.

Debatte nicht einseitig auf Flughafenanbindung verkürzen

In seiner Einleitung kritisiert Piazolo, dass die Diskussion um den S-Bahn- Ausbau zu sehr im Fokus einer schnelleren Flughafen-Anbindung gesehen wird: „Wir dürfen die Debatte um eine dringend notwendige Kapazitätserweiterung der S-Bahn nicht einseitig auf den Ausbau der Stammstrecke verkürzen.“ Daher waren die Münchner Verkehrsexperten Vieregg&Rößler als Fachreferenten eingeladen, über ihre Planungen für einen Ausbau des sogenannten S-Bahn-Südrings Auskunft zu geben. Ergänzend informierte Manfred Pointner, FW-Landtagsabgeordneter aus Freising und seit vielen Jahren politisch mit dem Münchner Flughafen befasst, über den Sachstand zur besseren Anbindung Münchens an den Flughafen.

Deutliche Vorteile für den Südring

Karlheinz Rößler und Dr. Martin Vieregg bestätigen, dass die von den Freien Wählern München favorisierte Südring-Variante deutliche Vorteile gegenüber einer aufwändigen innerstädtischen Tunnelstrecke bietet. Besonders beeindruckt waren Gäste wie politische Vertreter von einer Gegenüberstellung beider Strecken, aus der hervorgeht, dass der Südring neben drastisch niedrigeren Baukosten zahlreiche weitere Vorteile im Vergleich zu einer zweiten Tunnelstammstrecke bietet. Zusätzliche Kapazitäten und die Möglichkeit zur Umleitung bei Störungen im ersten S-Bahn-Tunnel haben beide Strecken noch gemeinsam. Mit Aspekten wie

kann der Südring zusätzlich punkten.

S-Bahn-Tunnel in 40 Meter Tiefe mit Risiken bei Bau und Betrieb

Vor allem das Thema Sicherheit führt zu einer regen Debatte. Neben einer deutlich besseren Ausgangssituation für die Fahrgäste im Fall von Bränden und Unfällen verweisen die Experten zudem auf Risiken beim Tunnelbau. Professor Piazolo:“ Nach den schrecklichen Erfahrungen beim Kölner U-Bahn-Bau sind besonders diese Gefahren wieder in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt“. Auch für München sind laut Vieregg&Rößler derartige Risiken nicht auszuschließen. Im Gegenteil: Mit der Umplanung der Streckentiefe von bisher 20 Meter unter der Oberfläche auf 40 Meter sehen sie sogar größere Probleme. Denn auch in München müsste dazu das Grundwasser stark abgesenkt werden mit nur schwer kalkulierbaren Folgen für die Bebauung darüber.

Eine Haidhausener Bürgerin machte in diesem Zusammenhang unmissverständlich klar, dass man bei Fortsetzung der Planungen zur Zweiten Stammstrecke auf jeden Fall weiter Klage gegen die Baumaßnahmen im Bereich Ostbahnhof einreichen werde.

Freie Wähler München werden weiteres Verfahren kritisch begleiten

Michael Piazolo ist daher auch überzeugt, „dass die Münchner insgesamt nicht kritiklos weitere Tunnelgroßprojekte quer durch ihre Stadt akzeptieren werden. Wir Freien Wähler werden die weiteren Planungen von Freistaat wie auch der Stadt München dazu genau verfolgen und gegebenenfalls weitere Maßnahmen ergreifen, damit das Wohl der Münchnerinnen und Münchner beim S-Bahn-Ausbau im Fokus bleibt.“ Und der Münchner FW-Stadtrat Johann Altmann betont: „Als Stadtrat werde ich mir beim morgigen Hearing zu diesem Thema sehr kritisch die Argumente der Stammstrecken-Befürworter anhören. Nach meiner aktuellen Informationslage halte ich es jedoch jetzt schon weder aus finanzieller Sicht noch aus Sicherheitsaspekten für verantwortbar, die zweite Stammstrecke zu favorisieren. Zudem erscheinen mir die Zeitfaktoren zur Umsetzung ein großes Plus beim Südring – ein sicherlich nicht zu vernachlässigender Aspekt bei der Olympiabewerbung.“


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