22.04.2009 Pressemitteilung 10-09
Geschwister-Scholl-Institut an der LMU München wird 50
MdL Piazolo: „50 Jahre GSI – Ein Jubiläum, das verpflichtet!“
München, 22. April 2009 Am kommenden Freitag [24.04.] feiert das renommierte Geschwister-Scholl-Institut (GSI) der Ludwig-Maximilians-Universität in München sein 50-jähriges Bestehen – ein aus Sicht des Münchner Hochschullehrers und hochschulpolitischen Sprechers der FW-Fraktion Prof. Dr. Michael Piazolo „Jubiläum, das zum Feiern Anlass gibt, aber auch verpflichtet!“
Prof. Piazolo: „Dieses Jubiläum verpflichtet, gemäß dem Vermächtnis der Geschwister Scholl möglichst allen Studierenden Toleranz und Demokratie zu lehren, Werte zu vermitteln und sie zu Kritikfähigkeit auszubilden. Es verpflichtet das GSI aber auch dazu, seinen guten Ruf nicht nur in Ehren zu erhalten, sondern vor allem in der Lehre weiter auszubauen und dabei das praktische politische Geschäft im Auge zu behalten.“ Ein verstärkter Praxisbezug käme, so Piazolo, nicht nur der Lehre, Forschung und Wissenschaft zugute, sondern würde sicher auch die politischen Kultur und das demokratische Verständnis in der Gesellschaft fördern.
Michael Piazolo weiter: „Diese Verpflichtung gilt jedoch insbesondere für die bayerische Staatsregierung, die endlich auch die Geisteswissenschaften sowohl mit den Sachmitteln als auch mit den Personalkörpern ausstatten muss, um den heutigen Anforderungen zu entsprechen. Dazu sind aber wesentlich mehr Geldmittel nötig.“ Lange unbesetzte Lehrstühle, die Abwanderung qualifizierter Wissenschaftler und Hochschullehrer, ein insgesamt schlechtes Betreuungsverhältnis für die Studierenden oder die mangelhafte Umsetzung des Bologna-Prozesses – am GSI ist beispielsweise bei den neuen Bachelorstudiengängen die Nebenfachwahl auf lediglich vier Fächer beschränkt, was weder ein breites Studium noch Optionen zu weiterer Spezialisierung ausreichend ermöglicht -, dies alles sind Probleme, die nachhaltig nicht mit den heutigen Finanzmitteln und -strukturen zu lösen sind.
„Das GSI hatte bedeutende Persönlichkeiten wie u.a. Eric Voegelin, Hans Maier, Gottfried-Karl Kindermann, Kurt Sontheimer, Peter Joachim Opitz, Werner Weidenfeld oder Julian Nida-Rümelin als Lehrstuhlinhaber“, so Piazolo und er fordert daher: „Nicht nur, aber besonders in Krisenzeiten, benötigen wir politikwissenschaftlich hervorragend ausgebildetes Fachpersonal, das größere Zusammenhänge überblicken und auch interdisziplinäre Fragestellungen analysieren kann. Dafür müssen deutlich mehr und ausschließlich Geldmittel aus dem Staatshaushalt zur Verfügung gestellt werden und im Gegenzug durch Abschaffung der Studiengebühren wieder allen Studierfähigen und -willigen der Zugang zum Studium ermöglicht werden.“