01.07.2009 Pressemitteilung FW-Fraktion Landtag Bayern
Hochschulnovelle verkennt Realität / Thema heute im Plenum
FW lehnt neues Hochschulgesetz ab / 10-Punkte-Plan und praxisnahen „Münchner Prozess“ vorgeschlagen
München (da). Die Landtagsfraktion der Freien Wähler lehnt das neue Hochschulgesetz, das heute in der Plenarsitzung des Landtags debattiert wird, ab. Die Staatsregierung gefährde mit ihren Fehleinschätzungen den Bildungsstandort Bayern auf unverantwortliche Weise, ist die FW-Landtagsfraktion überzeugt. Nicht nur der Irrglaube, die Planungen für den Abiturjahrgang 2011, wenn erstmals zwei Jahrgänge an die Universitäten drängen, sei bereits in trockenen Tüchern, sondern auch die überholte antisoziale Einstellung der CSU zu Studiengebühren zeugten von einer bemerkenswerten Blauäugigkeit. „Studienbeiträge sind nicht nur unsozial, sondern schrecken vom Studium ab und schaden damit dem Wirtschaftsstandort Bayern. Sie verlängern das Studium und haben die Lehre bisher erwiesenermaßen nicht verbessert“, so Prof. Dr. Michael Piazolo (München), hochschulpolitischer Sprecher der FW-Landtagsfraktion und Mitglied im Hochschulausschuss.
Für den Hochschulstandort Bayern hat die FW-Fraktion indes ein 10-Punkte-Reformpaket vorgelegt. Dessen Schwerpunkte liegen neben einem grundsätzlich gebührenfreien Erststudium auf der inhaltlichen Überarbeitung der Studiengänge, Anreizen für studentische Mobilität und der Profilbildung im Hochschulwettbewerb. Angesichts einer ins zehnte Jahr gehenden, aber kaum durchdachten Bologna-Reform der Studiengänge und Hochschulabschlüsse stellt Prof. Dr. Piazolo klar: „Noch ist Zeit, das Steuer herumzureißen und die ursprünglich hoch gesteckten Ziele der Hochschulreform mit Leben zu füllen. Wir müssen aus dem realitätsfernen Bologna-Prozess einen praxisnahen „Münchner Prozess“ machen. Bayern muss zum Vorreiter einer Reform der Reform werden und selbst europaweit attraktive Bachelor- und Masterabschlüsse anbieten.“
