Aktuelle Problemfelder in der Schul- und Bildungspolitik
Unsere Kernpunkte für eine bessere Schulpolitik
Nachfolgend finden Sie Forderungen, die nicht nur wir Freien Wähler, sondern besonders auch die Familien mit schulpflichtigen Kindern in Bayern seit Jahren an die bisher allein regierende CSU gestellt haben.
- Die Schülerinnen und Schüler müssen wieder zentral in den Blickpunkt einer zukunftsgerichteten Bildungspolitik gerückt werden. [ mehr ... ]
- Lehrerinnen und Lehrern als den entscheidenden Akteuren der Bildungspolitik muss nicht nur im öffentlichen Bild der Rücken gestärkt werden. Auch strukturell, inhaltlich und organisatorisch müssen die Weichen nachhaltig neu gestellt werden. [ mehr ... ]
- Schließlich heißt Schule sinnvoll zu gestalten, dringend benötigte Finanzmittel für eine zeitgemäße Sachausstattung, kontinuierliche Fortbildung und personelle wie materielle Restrukturierung sofort bereit zu stellen. [ mehr ... ]
Grundlagen und weitere Informationen:
Wahlversprechen und die Folgen
Besser fit für die Zukunft statt fürs Pisa-Ranking
Handwerkliche und strukturelle Fehler korrigieren
Wichtigster Rohstoff: Hervorragende Bildung und Ausbildung
Wahlversprechen und die Folgen
Als es in den Umfragen zum Wahltag hin immer enger wurde, die hochgesteckten Ziele – die sich damals wie heute meist in 50-Plus-Botschaften erschöpfen – langsam immer unrealistischer wurden, besann man sich tatsächlich dieser Thematik und forderte nun seinerseits, dass Klassen kleiner, mehr Lehrer eingestellt und die Schulen finanziell und strukturell besser ausgestattet werden müssen. In das gleich Horn hat einmütig der damals stärkste Kontrast und heutige Koalitionspartner geblasen.
Doch was ist von den wohlfeilen Reden der Wahlkampfzeit geblieben? „Zu kurz gesprungen!“, rufe ich der nun regierenden Koalition zu. Ihr Koalitionsvertrag ist in all diesen Fragen reichlich oberflächlich und unverbindlich. Während für strauchelnde Banken, insbesondere solche in Staatsverantwortung, schnellstens milliardenschwere Rettungspakete geschnürt werden können, ist solcherlei noch nicht einmal im Ansatz für das Bildungssystem zu erkennen.
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Besser fit für die Zukunft statt fürs Pisa-Ranking
Stattdessen sonnt man sich in den Ergebnissen von neueren PISA-Studien. Natürlich ist es kein Grund zum Jammern, wenn man in Bayern auf dem zweiten Platz landet. Auch dass soziale Schranken nicht mehr ganz so massiv einen individuellen Bildungsweg behindern, ist durchaus erfreulich. Aber unsere nachwachsenden Generationen müssen nicht Fit gemacht werden, um möglichst toll in Ranking-Tests abzuschneiden. Sondern sie müssen Best möglich ausgebildet werden, um in einer globalisierten Welt, die vielfältige Herausforderungen an jeden Einzelnen und die Gesellschaft stellt, bestehen zu können, sich ihren Anlagen und Interessen gemäß entfalten zu können und ein selbstbestimmtes Leben jenseits der sozialen Sicherungssysteme führen zu können.
Ungelöste Fragen zu den künftigen Modalitäten des Schulübertritts nach der vierten Klasse tragen ebenso wenig dazu bei, diese Best möglichen Bedingungen zu bieten, wie anhaltende Diskussionen um die Abschaffung oder Umbenennung der Hauptschule. Dies geht völlig an der Sache vorbei. Im Gegenteil: Man muss sich endlich von dem Denken befreien, das die Hauptschule zum Sammelbecken für einen undefinierten bildungsunwilligen oder -unfähigen Rest gemacht hat, sich vielmehr darauf besinnen, was dieser Schultyp ursprünglich zur Zielsetzung hatte, und dann die Hauptschule mit mehr Flexibilität und praxisnahen Konzepten an die Herausforderungen unserer Zeit anpassen. Erfolgreiche Bildung besteht eben nicht in Ausgrenzung, sondern darin, von Anfang an auf Integration und zielgruppengerechte Angebote zu setzen.
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Handwerkliche und strukturelle Fehler korrigieren
Solcherlei handwerkliche Fehler gilt es, jetzt nicht nur umgehend zu korrigieren, sondern künftig gänzlich zu vermeiden. Wenn nicht, werden die Freien Wähler immer wieder und immer lauter die Verantwortlichen mittels Dringlichkeitsanträgen oder notfalls direkt per Volksvotum auf die Lösung der drängenden Probleme unserer Zeit hinweisen. Dann sind es auch nicht mehr nur hunderttausende Schüler, die zu Recht auf die Straße gehen, um gegen derart unhaltbare Zustände zu demonstrieren, sondern wieder Wählerinnen und Wähler, die darüber abstimmen. Jedenfalls haben nicht die Schüler für die Ausübung eines demokratischen Grundrechts Verweise verdient, sondern die bayerische Bildungspolitik.
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Wichtigster Rohstoff: Hervorragende Bildung und Ausbildung
Ich denke, es herrscht ein breiter Konsens, dass der wertvollste Rohstoff Deutschlands und Bayerns immer noch hervorragend ausgebildete, ethisch geprägte, hoch motivierte und damit umfassend gebildete Bürgerinnen und Bürger sind. Das ist dann auch der beste Weg zur Vermeidung sozialer Schieflagen. Darauf muss künftig ein erheblich größerer Teil unseres politischen Handelns abzielen. Unser Sozialstaat trägt sich nachhaltiger, wenn man nicht sträflich zugelassene Lücken in der Bildung und Ausbildung nachträglich ausbessern muss. Das gesellschaftliche Wohlbefinden wird insgesamt besser sein, wenn wir dafür sorgen, dass lebenslanges Lernen tatsächlich möglich ist, um dauerhaft beruflichen Erfolg und damit ein eigenes Auskommen zu sichern. Und vielleicht braucht man sich dann auch nicht mehr so viele Gedanken um die Rettung des Finanzwesens zu machen, wenn hier qualifiziert ausgebildete und mit ethischen Werten ausgestattete Bank-Manager agieren.
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